Schritt 2: Prioritäten für eure Hochzeit setzen
Nachdem ihr euer Maximalbudget kennt, kommt der nächste entscheidende Schritt: die Definition eurer Prioritäten. Nicht alle Bereiche einer Hochzeit sind für jedes Paar gleich wichtig. Manche legen den größten Wert auf fantastisches Essen, andere wollen unbedingt eine Traumlocation oder professionelle Fotos, die ein Leben lang Erinnerungen bewahren. Diese Prioritäten bestimmen, wie ihr euer Budget verteilt.
Setzt euch zusammen und definiert eure Top-3-Prioritäten. Fragt euch: Was ist uns am wichtigsten? Worauf wollen wir auf keinen Fall verzichten? Und was macht unsere Hochzeit zu etwas Besonderem? Für manche Paare steht die Location an erster Stelle – sie träumen von einem romantischen Schloss oder einer Hochzeit am Strand. Andere wissen, dass ihnen die Fotos am wichtigsten sind, weil diese die einzigen bleibenden Erinnerungen an den Tag sind. Wieder andere lieben gutes Essen und möchten ihren Gästen ein kulinarisches Erlebnis bieten.
Diese Prioritäten wirken sich direkt auf eure Budgetverteilung aus. Wenn die Location euer Top-Wunsch ist, könnt ihr dafür 50 bis 55 Prozent eures Budgets einplanen, müsst dann aber bei Dekoration oder Entertainment sparen. Sind euch perfekte Fotos und Videos am wichtigsten, investiert ihr vielleicht 15 bis 20 Prozent statt der üblichen 10 bis 15 Prozent in Fotografie. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ihr an anderer Stelle kürzen müsst – vielleicht bei der Papeterie oder bei der Musik.
Die Kommunikation im Paar ist dabei entscheidend. Oft haben beide Partner unterschiedliche Vorstellungen davon, was wichtig ist. Der eine träumt von einer Band, der andere möchte lieber mehr Budget für die Dekoration haben. Nehmt euch Zeit für ehrliche Gespräche und findet Kompromisse. Schreibt eure Prioritäten auf und ordnet sie gemeinsam. Diese Liste wird euer Leitfaden bei allen weiteren Entscheidungen sein.
Auch die Erwartungen der Familie können eine Rolle spielen, besonders wenn sie finanziell unterstützen. Manche Eltern haben klare Vorstellungen von der Gästeliste, dem Ablauf oder der Location. Klärt frühzeitig, ob und wie viel Mitspracherecht mit ihrer Unterstützung einhergeht. Setzt dabei auch klare Grenzen: Es ist eure Hochzeit, und am Ende müsst ihr euch an diesem Tag wohlfühlen. Ein respektvolles Gespräch über Erwartungen und Grenzen erspart euch später viel Stress und mögliche Konflikte.
Schritt 3: Prozentuale Budgetaufteilung nach Kategorien
Eine bewährte Methode, um euer Hochzeitsbudget zu strukturieren, ist die prozentuale Aufteilung nach Kostenkategorien. Diese Aufteilung gibt euch eine klare Orientierung und hilft dabei, keine wichtigen Bereiche zu vergessen oder zu überziehen. Die hier vorgestellten Prozentsätze sind Richtwerte, die auf Durchschnittswerten basieren – ihr könnt sie natürlich an eure persönlichen Prioritäten anpassen.
Die empfohlene Standardverteilung sieht wie folgt aus: Location und Catering nehmen mit 45 bis 50 Prozent den größten Teil ein, da hier die meisten Kosten pro Gast anfallen. Fotografie und Videografie solltet ihr mit 10 bis 15 Prozent einplanen, denn gute Bilder und Videos sind eine Investition fürs Leben. Musik und Entertainment machen etwa 8 bis 10 Prozent aus, je nachdem ob ihr einen DJ oder eine Band bucht. Dekoration und Blumen schlagen mit 8 bis 10 Prozent zu Buche, wobei dieser Bereich stark variieren kann. Für Brautkleid, Anzug und Accessoires rechnet ihr mit etwa 8 bis 10 Prozent. Papeterie und Drucksachen benötigen rund 3 bis 5 Prozent, Trauringe etwa 2 bis 4 Prozent und rechtliche Kosten für Standesamt oder Kirche liegen bei etwa 1 bis 2 Prozent. Die restlichen 5 bis 10 Prozent solltet ihr als Puffer für Unvorhergesehenes zurückhalten.
Diese Standardverteilung könnt ihr an eure Prioritäten anpassen. Wenn ihr in einer wunderschönen Location heiratet, die kaum Dekoration braucht, könnt ihr bei den Blumen sparen und das Budget für besseres Essen oder einen zusätzlichen Fotografen nutzen. Ist euch Live-Musik besonders wichtig, erhöht ihr den Musik-Anteil auf 12 bis 15 Prozent und reduziert dafür vielleicht die Papeterie oder verzichtet auf eine Videografie. Die Kunst liegt darin, die Balance zu finden zwischen dem, was euch wichtig ist, und dem, worauf ihr leichter verzichten könnt.
Ein praktisches Beispiel zeigt, wie sich diese Prozentsätze in Euro umrechnen. Bei einem Gesamtbudget von 15.000 Euro würde die Aufteilung so aussehen: Location und Catering 7.500 Euro, Fotografie und Videografie 1.875 Euro, Musik 1.350 Euro, Dekoration und Blumen 1.350 Euro, Kleidung und Accessoires 1.350 Euro, Papeterie 600 Euro, Trauringe 450 Euro, Standesamt 225 Euro und Puffer 1.300 Euro. Diese Zahlen sind natürlich variabel – wenn ihr für die Location nur 6.500 Euro braucht, habt ihr 1.000 Euro mehr für andere Bereiche zur Verfügung.
Erstellt am besten eine Excel-Tabelle oder nutzt eine Hochzeitsbudget-App, in der ihr eure geplanten Ausgaben eintragt und mit den tatsächlichen Kosten vergleicht. So behaltet ihr jederzeit den Überblick und seht sofort, wenn ihr in einer Kategorie über Budget liegt. Versucht dann, in anderen Bereichen auszugleichen, damit euer Gesamtbudget nicht gesprengt wird.
Schritt 4: Kosten pro Gast kalkulieren
Die Gästeanzahl ist der wichtigste Kostenfaktor bei eurer Hochzeit. Jeder zusätzliche Gast bedeutet mehr Ausgaben für Essen, Getränke, Sitzmöglichkeiten und oft auch eine größere Location. Deshalb ist es sinnvoll, mit Kosten pro Person zu rechnen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich eure Gästeliste auf das Budget auswirkt.
Als Richtwert könnt ihr mit 100 bis 200 Euro pro Gast für eine solide Hochzeitsfeier rechnen. Diese Spanne umfasst Location-Miete anteilig, ein Menü oder Buffet, Getränke über den Tag verteilt, Grunddekoration am Tisch und einen Anteil an den Dienstleisterkosten. Im gehobenen Segment liegen die Kosten eher bei 150 bis 250 Euro pro Person, wenn ihr euch für eine exklusive Location, ein mehrgängiges Menü mit Weinbegleitung und besondere Services entscheidet. Bei sehr einfachen Hochzeiten in Eigenregie könnt ihr auch mit 70 bis 100 Euro pro Person auskommen, müsst dann aber bei Location, Essen und Service Abstriche machen.
Rechnen wir das an konkreten Beispielen durch. Bei einer Hochzeit mit 50 Gästen und einem Budget von 150 Euro pro Person ergibt das 7.500 Euro allein für Location und Catering. Dazu kommen dann noch die fixen Kosten für Fotografie, Musik, Dekoration, Kleidung und Papeterie, die unabhängig von der Gästezahl anfallen. Diese Fixkosten liegen meist bei 5.000 bis 7.000 Euro, sodass ihr insgesamt auf ein Budget von etwa 12.500 bis 14.500 Euro kommt. Bei 80 Gästen mit 150 Euro pro Person sind es bereits 12.000 Euro für Location und Catering plus die fixen Kosten – ihr landet dann bei etwa 17.000 bis 19.000 Euro Gesamtbudget. Mit 100 Gästen steigen die variablen Kosten auf 15.000 Euro, und euer Gesamtbudget bewegt sich zwischen 20.000 und 22.000 Euro.
Diese Rechnung zeigt deutlich: Die Gästezahl ist der größte Hebel, wenn ihr euer Budget beeinflussen wollt. Zehn Gäste weniger bedeuten bei 150 Euro pro Person eine Ersparnis von 1.500 Euro. Deshalb lohnt es sich, eure Gästeliste kritisch zu prüfen. Müssen wirklich alle entfernten Verwandten kommen? Oder könnt ihr die Hochzeit auf eure engsten Freunde und Familie beschränken?
Strategien zur Optimierung der Gästezahl können helfen, ohne dass jemand vor den Kopf gestoßen wird. Ihr könnt zum Beispiel eine kleinere Trauung mit anschließendem Sektempfang für den weiteren Kreis planen und nur eure engsten Liebsten zur Feier am Abend einladen. Oder ihr macht eine zweistufige Hochzeit: Das Standesamt mit 30 Personen und später eine größere Party zum Jahrestag. Manche Paare entscheiden sich auch für eine Destination Wedding mit nur 20 bis 30 Gästen – nicht jeder kann oder will reisen, was die Gästezahl auf natürliche Weise reduziert.
Detaillierter Überblick über alle Kostenpositionen
Um euer Hochzeitsbudget präzise zu planen, braucht ihr einen vollständigen Überblick über alle Kostenpositionen. Viele Paare vergessen wichtige Posten oder unterschätzen die Ausgaben in einzelnen Bereichen. Diese detaillierte Aufschlüsselung hilft euch, nichts zu übersehen.
Location und Catering
Die Location ist mit Abstand der größte Kostenpunkt. Die Miete für die Räumlichkeiten kann zwischen 500 Euro für eine einfache Vereinshalle und 5.000 Euro oder mehr für ein exklusives Schloss liegen. Dazu kommt das Catering, das je nach Konzept stark variiert. Ein einfaches Buffet kostet etwa 30 bis 50 Euro pro Person, ein mehrgängiges Menü mit Service liegt bei 60 bis 100 Euro pro Person, und im gehobenen Segment zahlt ihr 100 bis 150 Euro oder mehr pro Person. Vergisst nicht die Getränkepauschale, die zusätzlich 20 bis 40 Euro pro Person kostet, und plant auch einen Mitternachtssnack ein, wenn eure Feier länger geht.
Fotografie und Videografie
Professionelle Hochzeitsfotografie kostet zwischen 1.200 und 3.000 Euro für eine ganztägige Begleitung. Der Preis hängt von der Erfahrung des Fotografen, der Anzahl der Stunden und dem Umfang der Nachbearbeitung ab. Videografie kommt meist nochmal mit 1.500 bis 3.500 Euro dazu. Einige Fotografen bieten Pakete an, bei denen ihr beides kombinieren könnt. Achtet darauf, dass die Nutzungsrechte der Bilder geklärt sind und ihr hochauflösende Dateien bekommt. Ein professionelles Album oder eine stilvolle Präsentation eurer schönsten Momente kostet zusätzlich 300 bis 800 Euro.
Musik und Entertainment
Für Musik habt ihr verschiedene Optionen. Ein DJ kostet zwischen 600 und 1.500 Euro, je nach Erfahrung und Equipment. Eine Live-Band liegt bei 1.500 bis 4.000 Euro oder mehr, abhängig von der Größe und Bekanntheit. Plant auch Technikkosten ein, wenn die Location keine eigene Anlage hat – das können nochmal 300 bis 800 Euro sein. Zusätzliches Entertainment wie ein Saxophonist während des Empfangs oder ein Magier kosten 300 bis 1.000 Euro extra.
Dekoration und Floristik
Die Kosten für Dekoration und Blumen variieren extrem je nach Stil und Umfang. Ein Brautstrauß kostet zwischen 80 und 250 Euro, der Anstecker für den Bräutigam etwa 15 bis 30 Euro. Tischgestecke schlagen mit 30 bis 80 Euro pro Tisch zu Buche. Wenn ihr 10 Tische habt, sind das bereits 300 bis 800 Euro. Ein geschmückter Traubogen oder Altarschmuck kostet 150 bis 500 Euro. Zusätzliche Dekoration wie Kerzen, Lichterketten, Vasen, Tischkarten und Menükarten können schnell weitere 500 bis 1.500 Euro ausmachen, besonders wenn ihr vieles kauft statt zu leihen.
Brautkleid, Anzug und Accessoires
Ein Brautkleid kostet im Durchschnitt zwischen 800 und 2.500 Euro, wobei Designer-Kleider auch deutlich teurer sein können. Rechnet zusätzlich 100 bis 300 Euro für Änderungen ein. Der Anzug für den Bräutigam liegt bei 300 bis 800 Euro im Kauf oder 100 bis 200 Euro beim Leihen. Accessoires wie Brautschmuck, Schuhe, Schleier und Unterwäsche kommen nochmal mit 200 bis 600 Euro dazu. Viele Bräute entscheiden sich für handgefertigte Haarkämme oder elegante Haarnadeln, die ihrem Look das gewisse Etwas verleihen.
Trauringe und rechtliche Kosten
Trauringe sind eine sehr persönliche Entscheidung. Einfache Ringe aus Gold oder Silber gibt es ab 300 Euro pro Paar, während individuelle Designs mit Diamanten oder Gravuren 1.000 bis 3.000 Euro oder mehr kosten können. Die Standesamtgebühren liegen je nach Gemeinde zwischen 50 und 150 Euro. Wenn ihr kirchlich heiratet, kommen Kirchengebühren von etwa 150 bis 400 Euro dazu, plus eventuell 100 bis 300 Euro für Organist und Sänger.
Papeterie und Drucksachen
Für Save-the-Date-Karten, Einladungen, Danksagungskarten, Menükarten, Tischkarten und Programmhefte solltet ihr 300 bis 800 Euro einplanen, je nachdem ob ihr selbst druckt oder professionelle Designs beauftragt. Hochwertige Einladungen mit individueller Gestaltung kosten etwa 3 bis 8 Euro pro Stück. Bei 80 Gästen sind das bereits 240 bis 640 Euro nur für die Einladungen.
Transport und Unterkunft
Plant auch die Kosten für euren Hochzeitstransport ein. Ein geschmücktes Hochzeitsauto oder eine Oldtimer-Limousine kostet 200 bis 600 Euro. Wenn ihr Shuttles für eure Gäste zwischen Hotel und Location organisiert, rechnet mit 300 bis 800 Euro. Eure eigene Übernachtung in der Hochzeitssuite oder einem schönen Hotel schlägt mit 150 bis 400 Euro zu Buche.
Accessoires-Budget separat planen
Ein oft unterschätzter Bereich im Hochzeitsbudget sind die vielen kleinen Accessoires und Extras, die sich schnell summieren. Während die großen Posten wie Location und Catering offensichtlich sind, vergessen viele Paare, ein separates Budget für diese Details einzuplanen. Dabei können sie einen erheblichen Teil eurer Ausgaben ausmachen.
Für Accessoires solltet ihr etwa 3 bis 5 Prozent eures Gesamtbudgets einplanen. Bei einem Budget von 15.000 Euro wären das 450 bis 750 Euro. In diesen Betrag fließen verschiedene Bereiche ein: Brautschmuck wie Perlenschmuck für die Haare, passende Brautschuhe, hochwertige Unterwäsche, besondere Strümpfe und eventuell ein Strumpfband für die traditionelle Zeremonie. Auch Beauty-Extras wie professionelles Make-up und Frisur am Hochzeitstag kommen hier hinzu. Eine professionelle Stylistin kostet zwischen 80 und 200 Euro, je nach Region und Aufwand.
Der Brautstrauß ist bereits im Floristik-Budget enthalten, aber vielleicht möchtet ihr auch kleinere Sträuße für die Brautjungfern oder besondere Anstecker für die Trauzeugen. Diese Details kosten zusätzlich 150 bis 400 Euro. Kleine Geschenke für eure Gäste wie Gastgeschenke, personalisierte Taschentücher oder kleine Naschereien als Tischdeko schlagen mit 2 bis 5 Euro pro Gast zu Buche. Bei 70 Gästen sind das nochmal 140 bis 350 Euro.
Viele Paare unterschätzen auch die Kosten für eine Fotobox oder ein Gästebuch. Eine gemietete Fotobox für den Abend kostet 300 bis 600 Euro, ein hochwertiges Gästebuch oder eine kreative Alternative wie ein Bilderrahmen zum Unterschreiben etwa 30 bis 100 Euro. Wenn ihr eine freie Trauung plant, kommen noch Kosten für den Trauredner hinzu, die meist zwischen 600 und 1.500 Euro liegen.
Die größten Spartipps mit konkreten Zahlen
Sparen bei der Hochzeit bedeutet nicht, auf Qualität zu verzichten. Es geht darum, clever zu planen und zu erkennen, wo ihr mit kleinen Änderungen große Einsparungen erzielen könnt. Hier sind die effektivsten Spartipps mit realen Zahlenbeispielen.
Der größte Sparhebel ist die Wahl der Location und des Wochentags. Freitags oder sonntags zu heiraten spart oft 20 bis 30 Prozent der Location-Kosten im Vergleich zu einem Samstag. Bei einer Location für 3.000 Euro am Samstag zahlt ihr freitags vielleicht nur 2.100 Euro – eine Ersparnis von 900 Euro. Außerhalb der Hauptsaison zwischen November und März könnt ihr nochmal 15 bis 25 Prozent sparen. Aus 3.000 Euro werden dann 2.250 Euro, was 750 Euro Ersparnis bedeutet.
Beim Catering könnt ihr ebenfalls erheblich sparen, indem ihr ein Buffet statt eines servierten Menüs wählt. Das spart etwa 20 bis 30 Euro pro Person. Bei 70 Gästen sind das 1.400 bis 2.100 Euro weniger. Auch die Wahl der Getränke macht einen Unterschied: Eine offene Bar kostet oft mehr als kalkulierte Pauschalen. Wenn ihr auf teure Spirituosen verzichtet und euch auf Bier, Wein, Softdrinks und einige ausgewählte Cocktails beschränkt, spart ihr etwa 10 bis 15 Euro pro Person – bei 70 Gästen also 700 bis 1.050 Euro.
Bei der Dekoration lässt sich durch DIY und Leihen viel Geld sparen. Statt Blumengestecke für 50 Euro pro Tisch zu kaufen, könnt ihr sie für 20 bis 25 Euro pro Tisch selbst gestalten oder günstigere Blumen wählen. Das spart bei 10 Tischen 250 bis 300 Euro. Auch das Leihen von Vasen, Kerzenständern und anderen Dekoartikeln ist günstiger als der Kauf. Ihr spart hier etwa 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Neukauf.
Die Musik ist ein weiterer Bereich mit Sparpotenzial. Ein DJ kostet im Durchschnitt 1.000 Euro, während eine Band schnell 2.500 bis 4.000 Euro kostet. Wenn Musik nicht eure absolute Priorität ist, spart ihr hier 1.500 bis 3.000 Euro. Alternativ könnt ihr auch mit einer Playlist und gemieteten Lautsprechern arbeiten, was nur etwa 200 bis 400 Euro kostet – eine Ersparnis von 600 bis 800 Euro gegenüber einem DJ.
Auch bei der Fotografie gibt es Optionen. Ein erfahrener Fotograf kostet 2.000 bis 3.000 Euro, während ein talentierter Nachwuchsfotograf vielleicht 1.200 bis 1.500 Euro verlangt. Ihr spart 800 bis 1.500 Euro und gebt jemandem die Chance, sich zu beweisen. Schaut euch vorher unbedingt das Portfolio an und sprecht ausführlich über eure Erwartungen.
Bei Brautkleid und Anzug könnt ihr durch Second-Hand-Käufe oder Outlet-Shopping 40 bis 60 Prozent sparen. Ein Brautkleid für 2.000 Euro bekommt ihr gebraucht oft für 800 bis 1.200 Euro – eine Ersparnis von 800 bis 1.200 Euro. Auch das Leihen eines Hochzeitsanzugs spart gegenüber dem Kauf etwa 100 bis 400 Euro.
Achtet besonders auf versteckte Kosten, die euer Budget sprengen können. Viele Locations berechnen Korkgeld, wenn ihr eigene Getränke mitbringt – das können 5 bis 15 Euro pro Flasche Wein sein. Überstunden der Dienstleister kosten oft 100 bis 200 Euro pro Stunde extra. Reinigungsgebühren für die Location nach der Feier können 200 bis 500 Euro betragen. Fragt im Vorfeld genau nach allen Zusatzkosten und lasst sie euch schriftlich bestätigen.
Finanzierung, Absicherung und Geldgeschenke
Die Finanzierung eurer Hochzeit sollte gut durchdacht sein. Während viele Paare aus Ersparnissen zahlen, gibt es auch andere Optionen – mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Einen Kredit für die Hochzeit aufzunehmen ist grundsätzlich möglich, aber in den meisten Fällen nicht ratsam. Ihr beginnt euer gemeinsames Leben mit Schulden, was psychologisch belastend sein kann und eure finanzielle Flexibilität für andere wichtige Anschaffungen einschränkt. Wenn ihr dennoch einen Kredit in Erwägung zieht, solltet ihr nur so viel aufnehmen, wie ihr innerhalb eines Jahres problemlos zurückzahlen könnt.
Viele Paare rechnen mit Geldgeschenken ihrer Gäste, um einen Teil der Kosten zu decken. Das ist grundsätzlich realistisch, sollte aber vorsichtig kalkuliert werden. In Deutschland schenken Gäste im Durchschnitt 50 bis 150 Euro pro Person oder Paar, abhängig von der Beziehung zu euch und der eigenen finanziellen Situation. Enge Familie und Trauzeugen geben oft mehr, entferntere Bekannte weniger. Bei 70 Gästen, die durchschnittlich 80 Euro schenken, könnt ihr mit etwa 5.600 Euro rechnen. Plant aber nicht euer gesamtes Budget auf Basis von Geschenken, sondern nutzt sie als Puffer oder zur Deckung eines Teils der Kosten. Ihr solltet eure Hochzeit auch ohne diese Einnahmen finanzieren können.
Die Absicherung durch Verträge ist ebenfalls wichtig. Schließt mit allen Dienstleistern schriftliche Verträge ab, in denen Leistungen, Preise, Zahlungsmodalitäten und Storno-Regelungen klar festgehalten sind. Achtet besonders auf Anzahlungen und Restzahlungstermine. Viele Dienstleister verlangen 20 bis 50 Prozent Anzahlung bei Vertragsabschluss und den Rest einige Wochen vor der Hochzeit. Plant diese Zahlungstermine in eure Finanzplanung ein, damit ihr nicht plötzlich hohe Beträge auf einmal zahlen müsst.
Eine Hochzeitsversicherung kann sinnvoll sein, besonders wenn ihr eine teure Hochzeit plant. Sie kostet etwa 100 bis 250 Euro und deckt Risiken wie Ausfall von Dienstleistern, Krankheit, Unwetterschäden oder Beschädigungen des Brautkleids ab. Prüft genau, welche Fälle abgedeckt sind und ob sich die Versicherung für euch lohnt.
Drei realistische Budget-Beispiele im Detail
Um euch eine konkrete Vorstellung zu geben, wie verschiedene Budget-Szenarien aussehen können, zeigen wir euch drei ausführliche Beispiele mit detaillierter Kostenaufschlüsselung.
Low-Budget-Hochzeit mit 8.000 Euro (40 Gäste)
Diese Hochzeit findet in einem gemütlichen Restaurant oder einer einfachen Gartenlocation statt. Location-Miete 500 Euro, Catering mit Buffet und Getränken etwa 80 Euro pro Person macht 3.200 Euro, insgesamt also 3.700 Euro für Location und Catering. Fotografie durch einen aufstrebenden Fotografen kostet 1.200 Euro, ein DJ übernimmt die Musik für 700 Euro. Die Dekoration haltet ihr schlicht mit selbstgemachten Elementen und einfachen Blumensträußen für insgesamt 600 Euro. Das Brautkleid kommt aus dem Outlet oder Second-Hand für 800 Euro, der Anzug wird geliehen für 150 Euro, Accessoires kosten 200 Euro. Trauringe in schlichtem Design liegen bei 400 Euro, Standesamtgebühren bei 100 Euro. Papeterie mit selbstgedruckten Einladungen kostet 150 Euro. Der Puffer von etwa 800 Euro gibt euch Spielraum für unerwartete Ausgaben.
Mid-Budget-Hochzeit mit 15.000 Euro (70 Gäste)
Diese Hochzeit findet in einer schönen Eventlocation mit Garten statt. Location-Miete 1.500 Euro, Catering mit einem guten Buffet oder einfachem Menü etwa 75 Euro pro Person macht 5.250 Euro, zusammen 6.750 Euro. Professionelle Fotografie inklusive Engagement-Shooting kostet 1.800 Euro, Videografie nochmal 1.200 Euro. Eine gute Band oder DJ mit umfangreichem Equipment übernimmt die Musik für 1.500 Euro. Dekoration und Floristik mit professionellen Tischgestecken und Brautstrauß kosten 1.400 Euro. Das Brautkleid von einem etablierten Brautmodengeschäft liegt bei 1.200 Euro plus 200 Euro Änderungen, der gekaufte Anzug bei 500 Euro, Accessoires bei 350 Euro. Trauringe mit individueller Gravur kosten 700 Euro, Standesamt 120 Euro. Professionelle Papeterie schlägt mit 400 Euro zu Buche, eine freie Trauung mit 800 Euro. Der Puffer beträgt etwa 1.280 Euro für zusätzliche Wünsche oder unvorhergesehene Kosten.
Premium-Hochzeit mit 25.000 Euro (100 Gäste)
Diese Hochzeit findet in einer exklusiven Location wie einem Schloss oder Weingut statt. Location-Miete 3.500 Euro, gehobenes Catering mit mehrgängigem Menü und Weinbegleitung etwa 120 Euro pro Person macht 12.000 Euro, insgesamt 15.500 Euro. Top-Fotografie mit zwei Fotografen und umfangreichem Vorab-Shooting kostet 2.500 Euro, professionelle Videografie mit Drohnenaufnahmen 2.500 Euro. Eine bekannte Live-Band und DJ für den späteren Abend kosten zusammen 3.000 Euro. Aufwendige Dekoration und üppige Floristik mit Designer-Blumenarrangements schlagen mit 2.500 Euro zu Buche. Ein Designer-Brautkleid kostet 2.000 Euro plus 300 Euro Änderungen, der maßgeschneiderte Anzug 800 Euro, hochwertige Accessoires 500 Euro. Individuelle Trauringe mit Diamanten liegen bei 1.500 Euro, Standesamt und kirchliche Trauung bei 400 Euro. Exklusive Papeterie mit Letterpress-Druck kostet 800 Euro, eine freie Trauung mit professionellem Redner 1.200 Euro. Zusätzliche Extras wie Fotobox, Gastgeschenke und besondere Entertainment-Acts kommen mit weiteren 1.500 Euro dazu. Ein großzügiger Puffer von etwa 2.000 Euro sorgt für finanzielle Sicherheit.